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Blick in „Blackbox Amazon“

Datenanalyse bietet Herstellern Einblicke in Umsätze und Absatzzahlen bei Amazon

Metoda zeigt, welche Produkte bei Amazon Umsatz bringen

Rund 7,8 Milliarden Euro Umsatz hat Amazon 2015 allein in Deutschland erzielt. Damit steht der Handelsriese unangefochten an der Spitze des deutschen E-Commerce (siehe Seite 20). Doch welche Produkte und Marken laufen bei Amazon besonders gut? Mit welchen Artikeln lässt sich viel Umsatz erzielen? Das Marktforschungsunternehmen Metoda erfasst Daten dazu. Absatzzahlen, Umsatz und Marktanteile sowohl bei Amazon selbst als auch im Marketplace wollen die Münchner als Information verkaufen. Zielgruppe sind Hersteller und Marken mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro. Sie können auf diese Weise sowohl den Absatz ihrer Produkte als auch die Verkaufszahlen von Wettbewerbsprodukten bei Amazon beobachten.

Philips Avent Spitzenreiter

Einige Beispiele: In der Amazon-Hauptkategorie „Baby“ wurden in der Woche vom 5. bis 11. September 2016 gut 822.000 Euro umgesetzt. Gekauft wurden innerhalb dieser Woche 29.270 Produkte mit einem Durchschnittswert von 28 Euro.

Umsatzsieger war mit großem Abstand Philips Avent: 223.638 Euro Umsatz erzielte der Hersteller von Babyprodukten wie Flaschen, Saugern und Babyphones. Der Zweitplatzierte, der Kindersitzhersteller Cybex, kam auf 76.392 Euro.

Umsatztreiber bei Philips Avent waren Babyphones: Fünf der zehn Bestseller in dieser Kategorie stammen von Philips Avent, 1.902 Stück dieser fünf Modelle wurden verkauft. Gesamtumsatz allein mit diesen Top Sellern: 142.247 Euro. Insgesamt erzielt Philips Avent in der Kategorie Babyphones 165.235 Euro Umsatz, verkauft wurden 2.104 Stück mit einem Durchschnittswert von 78,53 Euro.

Der größte Wettbewerber im Segment Babyphone, Netgear, erzielte im gleichen Zeitraum einen Umsatz von 155.302 Euro – allerdings mit nur 622 verkauften Geräten. Der Grund: Durchschnittlich investierten die Käufer für ein Netgear-Gerät knapp 250 Euro, mehr als dreimal so viel wie für ein Babyphone von Philips Avent. Der Preis allein ist also kein Kaufargument.

Datenbasis für solche Auswertungen, die Metoda unter der Bezeichnung „Market Genius“ anbietet, sind die Verkaufsränge, die Amazon in jeder Kategorie für jedes Produkt ausweist. Diese Informationen verknüpft Metoda mit realen Verkaufszahlen von Händlern und Herstellern sowie selbst erhobenen Daten etwa zum Produktpreis. Über einen selbst entwickelten Algorithmus rechnet Metoda Umsatz und Absatzzahlen hoch.

„In den vergangenen zwölf Monaten haben wir Datentests mit rund 50 Unternehmen aus Handel und Industrie durchgeführt und die Datenqualität stetig verbessert. Heute bildet ‚Market Genius‘ den Verkaufsverlauf korrekt ab und erreicht bei den konkreten Verkaufszahlen eine Treffergenauigkeit von 90 Prozent“, freut sich Metoda-Geschäftsführer Stefan Bures.

Daten aus zwölf Ländern

Außer für Deutschland stehen auch Marktanalysen für die Amazon-Plattformen in Großbritannien, Frankreich, Italien, Österreich, Spanien, den USA, Kanada, Mexiko, Indien, China und Japan bereit. Die Kosten für die Nutzung der Cloud-basierten SaaS-Lösung sind projektabhängig und beginnen im mittleren vierstelligen Bereich pro Monat. Ein erster Referenzkunde ist der Leuchtmittelhersteller Osram.

Christiane Fröhlich


Fünf Hinweise für den rechtssicheren Newsletter

Julia Janssen-Holldiek

Manager Business Development bei der Certified Senders Alliance www.de.certified-senders.eu

Auch im E-Mail-Newsletter ist ein Impressum gesetzlich verpflichtend. Ein fehlendes oder falsches Impressum kann deshalb hohe Kosten beim Absender verursachen. Die fünf wichtigsten Anforderungen für den Newsletter-Versand:

1. Name und Anschrift

Benötigt wird der Name und die Anschrift des sogenannten Dienstanbieters, bei juristischen Personen wie Unternehmen auch die vollständige Firmierung samt Rechtsform.

2. Kommunikationsangaben

Neben der E-Mail-Adresse (Pflichtangabe) ist stets ein zweiter Kommunikationsweg anzugeben: Hier bietet sich eine Rufnummer an; möglich wären aber auch eine Faxnummer oder ein Kontaktformular. Auf jeden Fall muss die schnelle Kontaktaufnahme gewährleistet werden.

3. Register- und Steuerangaben

Ebenfalls zu nennen sind Angaben zum Handels-, Vereins-, Partnerschafts- oder Genossenschaftsregister, in dem der Dienstanbieter eingetragen ist. Sofern vorhanden, ist auch die Umsatzsteueridentifikationsnummer zu nennen.

4. Aufsichtsbehörden

Besteht eine behördliche Zulassung oder Kammerzugehörigkeit beziehungsweise wurde eine besondere Berufsbezeichnung verliehen, muss diese ebenfalls im Impressum aufgeführt werden.

5. Sichtbare Platzierung

Die Anbieterkennzeichnung muss leicht erkennbar sein. Sie sollte also weder versteckt noch durch eine zu kleine Schriftart verschleiert werden. Idealerweise steht sie am Ende eines jeden Newsletters unter einer Bezeichnung wie „Impressum“, „Über uns“ oder „Anbieterkennzeichnung“. Laut BGH kann die Anbieterinformation auch über maximal zwei Links erreichbar sein („Zwei-Klick-Regel“), wenn diese eindeutig benannt sind.

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