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Werbeformate überarbeitet

Das IAB USA hat bei den Standardwerbeformaten aufgeräumt. Künftig wird es flexible Anzeigengrößen geben, als störend empfundene Formate werden abgeschafft

Was geht und was nicht bei digitalen Anzeigen, hat das IAB in den „LEAN“-Prinzipien zusammengefasst

Das Technology Laboratory des IAB USA (Interactive Advertising Bureau) hat die digitalen Standardanzeigenformate überarbeitet. Neu ist, dass es künftig flexible Anzeigengrößen statt fester Pixelgrößen geben wird. Sie definieren sich über das Verhältnis von Breite und Höhe einer Anzeige, zum Beispiel 1 : 1 (ein Quadrat), 1 : 2, 4 : 1 oder 10 : 1. Aus der aktuellen Spezifikation 300 x 50 Pixel wird beispielsweise 6 : 1. Die Anzeige behält dieses Größenverhältnis bei, unabhängig davon, auf welchem Bildschirm sie angezeigt wird. So soll sich digitale Werbung entsprechend dem Responsive-Prinzip an die verschiedenen Screen-Größen anpassen. Die Spezifikationen basieren auf HTML5 und beziehen sich auch auf Mobile und Video.

Die zweite große Neuerung ist die Integration der „LEAN“-Prinzipien, einer Initiative des IAB für bessere Werbung. LEAN steht für „lightweight“ (begrenzte Dateigröße), „encrypted“ (Anzeigen sind HTTPS/SSL-konform), „Ad Choices“ (Anzeigen unterstützen den Opt-out-Prozess beim Targeting) und „non-invasive“ (nicht störend). Mit den LEAN-Prinzipien reagiert das IAB USA auf die Zunahme von Adblockern. „Zu LEAN gehört vor allem das Nichtzulassen der als störend empfundenen Werbeformate wie Autoexpand oder Autoplay innerhalb von Videos“, erklärt Lasse Nordsiek, bei Smart Adserver für den Vertrieb und die Geschäftsentwicklung in der DACH-Region zuständig. Der Adserver-Anbieter war einer von mehreren Partnern des IAB USA, die die neuen Anzeigenformate bereits getestet haben.

Neu sind auch Guidelines für Virtual-Reality- und 360-Grad-Video-Anzeigen sowie für die Verwendung von Emojis. Die Branche kann die Vorschläge nun bis zum 28. November 2016 kommentieren. Da nach wird das IAB die finale Version der neuen Ad Units veröffentlichen. Anfang 2017 sollen sie in den USA an den Start gehen. Der Online-Vermarkterkreis im Bundesverband Digitale Wirtschaft hat sich auf Nachfrage von INTERNET WORLD Business nicht dazu geäußert, wann und wie die Neuerungen im deutschen digitalen Werbemarkt übernommen werden.

Ingrid Schutzmann


Online-Branding mit Fokus auf User

Lars Hense

Sales Director beim Werbetechnologieanbieter Inskin Media

www.inskinmedia.com

Eine der größten Herausforderungen bei Online-Werbung ist die Gratwanderung zwischen Effektivität und Nutzerfreundlichkeit. Der User muss eindeutig im Fokus stehen, damit er Markenbotschaften wahrnimmt und nicht blockiert. Drei Tipps, die bei Branding-Kampagnen berücksichtigt werden sollten:

1. Rich Media – in abgespeckter Form

Display-Werbung in HTML5 bietet sehr viele kreative Umsetzungsmöglichkeiten. Rich-Media-Werbung verführt aber auch leicht dazu, Anzeigen derart mit Content vollzupacken, dass die Werbemittel das Laden der Webseite verlangsamen. Lösung: Halten Sie die Limits für Dateigrößen ein und liefern Sie die Anzeigen als „lazy load“ aus. Der Inhalt der Website wird dann vor der Anzeige geladen.

2. Content hat Vorfahrt

Spätestens mit der Nutzung von Adblockern spricht sich ein User deutlich gegen aufgezwungene Werbung aus. Trotzdem finden sich immer noch erstaunlich viele Beispiele für Anzeigen, die Content verdecken. Lösung: Statt die Browsing-Session des Nutzers zu unterbrechen, sollten Anzeigen in relevantem Kontext platziert werden und durch einfallsreiche Umsetzung das Interesse des Nutzers wecken. Durch Cursor-Interaktion können dann weitere Informationen in Microsites oder auf der im neuen Tab geöffneten Website präsentiert werden.

3. Bewegtbild darf nicht stören

Bewegtbild ist besonders aufmerksamkeitsstark, darf den Nutzer aber nicht nerven. Besonders störend sind automatisch startende Fullscreen-Videos, vor allem, wenn sie sich nicht überspringen lassen. Lösung: Videos sollten in Werbemittel eingebettet werden, ohne den Seiteninhalt zu verdecken. Click-to-Play ist hilfreich zur Messung von Interaktion und Engagement, Autoplay hingegen sollte immer ohne Ton und maximal 30 Sekunden lang abgespielt werden.

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