INTERNET WORLD Business





Google schafft Mobile-Index

Der Suchmaschinenbetreiber baut einen separaten Index für mobile Websites auf und verbannt den Desktop-Index in die zweite Reihe. „Mobile First“ wird dann unerlässlich

Alles für Mobile: Google trägt der starken Nutzung des Internets über mobile Endgeräte Rechnung und will die Suche nach Mobile-optimierten Sites verbessern

Google geht den nächsten Schritt seines „Mobile First“-Konzepts: Der Suchmaschinenbetreiber wird einen eigenständigen Suchindex für mobile Web-Seiten entwickeln, der dann als primärer Index fungieren soll. Das hat Gary Illyes, Webmaster Trend Analyst von Google, im Rahmen der Marketing-Konferenz Pubcon in Las Vegas bekannt gegeben.

Konkret bedeutet das, dass die mobile Version einer Website von Google vorrangig und getrennt indiziert und in einem eigenen Suchergebnis-Ranking ausgegeben wird. Der bestehende Index erfasst bisher nur die für den Desktop konzipierten Sites, berücksichtigt dabei allerdings bereits deren Grad der Mobile-Optimierung. Künftig wird er nur noch als sekundärer Index geführt und damit laut Illyes auch seltener aktualisiert werden als der Mobile-Index.

Benchmarks und Test-Tool

Zeitgleich hat Google neue Benchmarks für die Nutzerfreundlichkeit und Geschwindigkeit mobiler Websites erarbeitet. Dazu hat die Suchmaschine mobile Web-Seiten großer Unternehmen aus dem Einzelhandel, der Reise- und der Finanzbranche analysiert und die Ergebnisse auf seiner Website „Think with Google“ veröffentlicht. Mit dem ebenfalls neu eingeführten Tool „Test My Site“ kann jeder Site-Betreiber die gleichen Leistungsdaten für seinen Mobile-Auftritt ermitteln und mit den Benchmarkdaten vergleichen.

Nach Einschätzungen in der Branche verstärkt der neue Mobile-Index den Druck, Inhalte für Mobile zu optimieren. Dabei geht es künftig nicht mehr nur um die optimale Darstellung der Inhalte auf mobilen Geräten, sondern verstärkt um eine an die mobile Nutzungssituation angepasste Aufbereitung. Damit zu rechnen ist auch, dass die Inhalte mobiler Sites häufiger aktualisiert werden müssen, um sich einen guten Platz im Ranking zu verschaffen. Zudem sollten Site-Betreiber darauf achten, dass Google die mobilen Seiten komplett crawlen kann. Auch eine separate Performance- und Erfolgsmessung für die Mobile-Versionen kann nötig werden.

Noch ist aber Zeit zur Vorbereitung: Google hat bisher keinen Starttermin für den Mobile-Index genannt. Es wird damit, gerechnet, dass er im Lauf der nächsten zwölf Monate eingeführt wird. ❚

Christiane Fröhlich


Web Push Notifications richtig eingesetzt

Martin Aschoff

Vorstand des E-Mail-Marketing-Dienstleisters Agnitas www.agnitas.de

Das W3C, das Standardisierungs-Gremium für Web-Technologien, hat als neuen Kommunikationskanal Web Push Notifications standardisiert. Web Push Notifications werden an Browser verschickt und dort als kleines Overlay-Fenster dargestellt. Über diese Benachrichtigungen lassen sich die registrierten Empfänger während des Surfens schnell und direkt im Browser ansprechen. Fünf Tipps für den richtigen Einsatz:

1. Anmeldungen maximieren

Der Versand einer Web Push Notification (WPN) erfordert das Einverständnis des Empfängers, etwa über einen Linkklick. Bei der Gestaltung der Anmeldung sind Ihnen keinerlei Grenzen gesetzt. Bleiben Sie trotzdem dezent und nerven Sie Ihre Besucher nicht mit der wiederholten Einblendung von riesigen Anmelde-Aufforderungen.

2. Push-Nachrichten limitieren

Wählen Sie einen aussagekräftigen Titel mit maximal 50 Zeichen. Insgesamt werden nur etwa 180 bis 200 Zeichen Ihrer Nachricht angezeigt. Beschränken Sie sich daher in der Länge Ihrer Botschaften.

3. Push-Nachrichten aufpeppen

Push-Nachrichten lassen sich optional mit einem kleinen Bild (Icon oder Logo) zur optischen Wiedererkennung versehen. Als Call-to-Action können Sie die Nachricht mit einem Link auf eine passende Landing Page hinterlegen.

4. Abmeldungen minimieren

Für die Abmeldung sind nur ein bis zwei Klicks erforderlich. Verärgern und langweilen Sie daher die Nutzer nicht mit pseudo-wichtigen oder irrelevanten Botschaften, sondern beschränken Sie sich auf wirklich wichtige News.

5. Empfänger deanonymisieren

Erheben Sie bei der Einverständniserklärung auch die E-Mail-Adresse, um eine Zuordnung der Push-ID zum E-Mail-Profil zu ermöglichen. So können Sie Ihre Push-Nachrichten gezielter formulieren und versenden.

Weitere Bilder
comments powered by Disqus