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Q&A

„Asien ist zwei bis drei Jahre voraus“

Der Trendforscher Nils Müller fliegt im November mit deutschen Digital-Unternehmern nach Südostasien. Dort kooperiert er mit seinem vietnamesischen Kollegen Brian Tiong, Chef der Trendagentur B-Side in Singapur.

Wenn deutsche Unternehmen nach Asien blicken, denken sie meist an China. Was sollen sie in Singapur lernen?

Wir betrachten zehn Länder mit zusammen 600 Millionen Einwohnern und einer enormen wirtschaftlichen Dynamik: Singapur, Thailand, Indonesien, Philippinen, Vietnam, Malaysia, Kambodscha ...

Was macht diese Länder interessant für deutsche Marken?

Nehmen Sie Vietnam, ein Land mit bald 100 Millionen Einwohnern und sechs bis sieben Prozent Wachstum pro Jahr. Die Bevölkerung ist jung, ehrgeizig und hungrig. E-Commerce gehört dort zu den zentralen Treibern des Wachstums. Und dabei überspringen die Vietnamesen die tradierten Entwicklungsstufen und steigen gleich mit der modernsten Technik ein. Deshalb ist Asien Europa in Sachen Digitalisierung um mindestens zwei bis drei Jahre voraus.

Aber Vietnam und Kambodscha sind immer noch sehr arme Länder.

Für einen Autobauer wie BMW gibt es im Moment vielleicht noch andere Prioritäten als Kambodscha. Aber nehmen Sie FMCG-Brands, die brauchen jetzt Strategien für diese Märkte, denn die Bevölkerung liebt europäische Marken.

Und was ist mit China?

Ehrlich gesagt: Ein deutsches Unternehmen, das jetzt noch keine Strategie für China hat, hat den Zug vermutlich schon verpasst.

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