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Allianz der Revoluzzer

Die Media-Agentur Blackwood Seven und die SAP-Tochter SAP XM wollen künftig die Digitalisierung und Automatisierung des Media-Geschäfts gemeinsam vorantreiben

Automatisierung setzt Media-Agenturen unter Druck

Für die traditionellen Media-Agenturen wird der Wind rauer: SAP XM, das digitale Online-Media-Netzwerk des Walldorfer Software-Riesen, hat eine strategische Zusammenarbeit mit Blackwood Seven vereinbart. Damit ziehen künftig zwei Unternehmen, die angetreten sind, das klassische Media-Geschäft zu revolutionieren, an einem Strang.

SAP XM wurde im Mai 2016 mit dem Ziel gegründet, den komplexen und unübersichtlichen Media-Einkauf transparenter, effizienter und einfacher zu machen. Dazu sollen Werbungtreibende und Publisher direkt und ohne zwischengeschaltete Vermittler über eine Technologieplattform miteinander verbunden werden. In Echtzeit soll so das komplette Kampagnenmanagement abgewickelt werden können, verspricht SAP XM.

SAP gut aufgestellt

Vorteil für SAP XM: Über die Konzern-Mutter SAP hat das digitale Media-Netzwerk bereits einen guten Stand in Unternehmen. So arbeiten rund 80 Prozent der weltweit 2.000 wichtigsten Marken mit SAP-Software.

Blackwood Seven, kurz BW7, ist eine Media-Agentur aus Dänemark. Zum Marktstart in Deutschland im Mai 2015 haben die Dänen die damalige Pro-Sieben-Sat1-Tochter Booming übernommen. Die Agentur stellt datenbasierte Planungen, Analysen und Werbewirkungsvorhersagen für Werbungtreibende in Echtzeit über alle On- und Offline-Kanäle bereit. Dafür baut sie auf künstliche Intelligenz und einen speziellen Algorithmus, der vorab den zu erwartenden Effekt der Media-Ausgaben errechnen soll. Als Basis dafür dienen laut BW7 unterschiedlichste Daten aus Marktanalysen, Wetterprognosen, Kundenverhalten, Mediennutzung oder auch Mediakosten – insgesamt mehr als 100 verschiedene Variablen. „Wir entwickeln genaue Vorhersagen, welche Effekte zukünftige Marketingkampagnen unserer Kunden haben werden, basierend auf Predictive Analytics und auf bestehenden Geschäfts- und Marktdaten. Zusammen mit SAP XM bieten wir jetzt ein ganzheitliches Datenmanagement aller internen und externen Kundendatenquellen an“, sagt Andreas Schwabe, Geschäftsführer Blackwood Seven Deutschland.

Neben der technischen Integration wurde eine strategische Innovationskooperation vereinbart. Zunächst wird SAP XM seine Plattform um die Technologie von BW7 erweitern. BW7 kann im Gegenzug für seine Analysen auf die Datenquellen von SAP XM zurückgreifen. Am Ende des Integrationsprozesses sollen den Kunden modular aufgebaute Produkte angeboten werden.

Christiane Fröhlich


So gelingt die Einführung eines CRM-Systems

Ralf Haberich Vorstandsvorsitzender der CRM Partners AG www.crmpartners.de

Software-Lösungen für das Customer Relationship Management (CRM) unterstützen Unternehmen bei der Kundenorientierung. Diese fünf Tipps helfen dabei, ein CRM-System erfolgreich zu implementieren:

1. Starten Sie ein ganzheitliches Projekt

Die Einführung eines CRM-Systems scheint in erster Linie eine Aufgabe für die IT-Abteilung zu sein. Der technische Aspekt stellt jedoch nur die Hälfte des Aufwands dar. Die andere Hälfte betrifft die Schaffung eines Verständnisses für CRM und die Etablierung entsprechender Denk- und Arbeitsweisen.

2. Nehmen Sie sich Zeit

Die Einführung eines CRM-Systems erledigt man nicht nebenbei. Allein die Ist- und Soll-Analyse für eine fundierte Projektplanung dauert. Verschaffen Sie dem Projektteam die zeitlichen Freiräume, die es braucht, um das Projekt parallel zum operativen Tagesgeschäft angemessen betreuen zu können.

3. Setzen Sie auf Change Management

Die beste Software ist wertlos, wenn niemand damit arbeitet. Holen Sie daher die Mitarbeiter, die letztlich mit dem CRM-System arbeiten sollen, so früh wie möglich ins Boot. Nehmen Sie Ideen, aber auch Bedenken ernst – denn mit der Akzeptanz der Anwender steht und fällt jedes CRM-Projekt.

4. Stiften Sie Nutzen

Steigern Sie die Akzeptanz bei den Mitarbeitern, indem Sie bisherige Daten und Prozesse zuverlässig im neuen System abbilden. Importieren Sie jedoch keine Daten, ohne sie vorher auf Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit und Dubletten zu prüfen. Nur wer eine redundante Datenhaltung vermeidet, sichert den Nutzen des neuen Systems.

5. Achten Sie auf Usability

Überlegen Sie, welche Funktionen dringend benötigt werden und welche nur „nice to have“ sind. Die Usability ist ein entscheidendes Kriterium, um Mitarbeiter von der Nutzung zu überzeugen.

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