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Q&A

„Economy of Scale ist in USA leichter“

AT&T übernimmt Time Warner, Verizon will Yahoo kaufen – und die Deutsche Telekom trennt sich von ihrem Content-Geschäft. Warum US-Telcos derzeit in Inhalte investieren und deutsche TK-Konzerne nicht, erklärt Investmentbanker Julian Riedlbauer.

US-Telcos kaufen Content-Schmieden und die Telekom konzentriert sich auf das Kerngeschäft. Wie erklären Sie sich das?

Solche Entwicklungen laufen meist in Wellen. Mal ist es quasi „in“, seine Geschäftsfelder auszudehnen, mal ist es eher angesagt, sich aufs Kerngeschäft zu beschränken. Das sieht man ja gut an AOL, die haben schon mehrere solcher Phasen hinter sich gebracht. Oft hängt das auch einfach mit einem Wechsel im Top-Management zusammen.

Gibt es einen Unterschied zwischen den USA und Europa?

Auf die konkreten Beispiele bezogen: Wenn AT&T in den USA ein Content-Angebot in englischer Sprache aufbaut, haben sie sofort eine Zielgruppe von mehr als 300 Millionen US-Konsumenten. In Deutschland sieht das dann schon ganz anders aus.

Aber es gibt doch auch in Deutschland ein profitables Content-Geschäft?

Ja, aber wenn Sie große deutsche Medienkonzerne sehen, dann können die verschiedene Kanäle bespielen, also etwa Print, TV und Online. Ein Content-Angebot wie T-Online.de, das nur online läuft und vor allem Telekom-Kunden anspricht, kann da schon zu klein sein. Die „Economy of Scale“, also der Vorteil, den eine große Zielgruppe mit sich bringt, funktioniert in den USA eben besser als in nationalen europäischen Märkten.

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