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Die Herren des Internets

Wie sich das Netz selbst verwaltet – und warum die USA immer noch das Sagen haben

Wie organisiert man eine weltumspannende Ressource? Eine Möglichkeit bietet die UNO: Zu ihren zahllosen Organisationen gehört beispielsweise die Internationale Fernmeldeunion (ITU), deren Arbeit unter anderem ermöglicht, dass internationale Ferngespräche problemlos abgerechnet werden können. Auch das Internet könnte durchaus den Vereinten Nationen überlassen werden, doch die USA unterstützen lieber das Multi-Stakeholder-Modell, das sich die ICANN auf die Fahnen geschrieben hat. Nicht Staaten, sondern Interessenverbände sorgen dafür, dass Domains vergeben werden können und Protokolle standardisiert sind. Bis Oktober 2016 war die ICANN, die zentrale Vergabestelle für Internet-Domains, vertraglich an eine Unterabteilung des US-Wirtschaftsministeriums gebunden. Klingt logisch, denn die ersten 20 Jahre seines Bestehens war das Internet eine fast ausschließlich amerikanische Angelegenheit. Doch die Obama-Administration hat diesen Vertrag auslaufen lassen – gegen den wütenden Protest der republikanischen Opposition. Jetzt hat das US-Wirtschaftsministerium zumindest offiziell keinen Einfluss mehr auf das Domain Name System, das dafür sorgt, dass die Eingabe einer URL im Browser automatisch die dazu passende Website aufruft. Warum die USA auch nach dem Auslaufen dieses Vertrags immer noch die dominierende Kraft im Internet bleiben werden, lesen Sie ab Seite 8.

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