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Paketdienstleister im Vergleich

Die BVOH-Paketstudie untersucht Stärken und Schwächen der Versanddienstleister. DHL punktet auf dem Land, in den Städten bieten Hermes, UPS, DPD oder GLS oft mehr

Nach Hause gebracht: Mehr als 90 Prozent aller Pakete werden bereits beim ersten Versuch zugestellt

Kommen Pakete nach der Online-Bestellung schnell an, sind die Kunden zufrieden – und der Händler kann punkten. „Wer weiß, wo die Zusteller gut sind, kann den jeweils besten Dienstleister beauftragen“, sagt Tobias Buxhoidt, Geschäftsführer von Parcellab aus München. „Es macht daher Sinn, Paketsendungen bewusst zu verteilen.“

Das Unternehmen aus München hat ein Tool zur Nachverfolgung von Paketen entwickelt. Nun hat es in Kooperation mit dem Bundesverband Onlinehandel (BVOH) sowie dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) 35 Millionen Aussendungen von Standardpaketen über die Dienstleister DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS ausgewertet. Tracking-Daten von über 100 Online-Händlern waren Basis der Studie. „Keiner ist wirklich schlecht“, sagt Buxhoidt. Mehr als 90 Prozent der Pakete kommen bei der ersten Zustellung an. Doch der zweite Blick offenbart die Stärken und Schwächen der Dienstleister.

Regionale Unterschiede bei den Zustelldiensten

So nehmen die Lieferprobleme in Dörfern und in kleinen Städten zu: bei DHL um das Dreifache, bei den anderen um das Fünffache. „Als größter Paketzusteller liefert DHL auf dem Land mehr Pakete aus und verfügt daher über bessere Strukturen“, erklärt Buxhoidt. Versenden Online-Händler in die Provinz, ist DHL daher eine gute Wahl. Außerdem sollten sie ihre Waren so verschicken, dass sie vor dem Samstag ankommen: Lieferprobleme sind am Samstag 9-mal wahrscheinlicher als an anderen Wochentagen.

Die wahrscheinlichste Zustelluhrzeit der Paketdienste liegt zwischen 10 Uhr und 13 Uhr. Hermes liefert von allen Dienstleistern durchschnittlich spät, UPS und GLS verhältnismäßig früh am Tag aus.

Im Kundenurteil schneidet UPS am besten ab, obwohl der Paketdienst für neun Prozent der über ihn versendeten Pakete länger als zwei Tage benötigt. Das entspräche nicht der Kundenerwartung in Deutschland, so der BVOH. Dafür sammeln UPS und GLS Punkte, wenn es um die zweite Anlieferung nach der ersten Zustellung geht: Nicht einmal einen Tag benötigen die beiden, um eine Sendung erneut zum Adressaten zu bringen. Im Vergleich dazu braucht DHL für die zweite Zustellung mehr als einen Tag.

Nicht zuletzt unterscheiden sich die Dienstleister regional: So sind GLS und Hermes in Berlin und Brandenburg schnell, UPS indes im Rhein-Main-Gebiet und in Mitteldeutschland. DHL bietet die höchste Stabilität bei der Auslieferung von Paketen in ganz Deutschland. „Um Kunden zufriedenzustellen, sollten Online-Händler die Zustelldaten an verschiedenen Zielen und Wochentagen vergleichen“, schließt Buxhoidt von Parcellab aus all den Daten. „So finden sie für jede Forderung den Besten.“

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