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Leichter einkaufen

Die Würth-Gruppe war schon in der Vergangenheit in Bezug auf digitale Vertriebskanäle experimentierfreudig. Wucato.de soll mittelständische Kunden binden

Rechtzeitig vor dem Deutschlandstart von Amazon Business launchte die Würth-Gruppe mit Wucato am 1. Dezember eine Online-Beschaffungsplattform für Handwerks- und Industriebedarf. Auf dem Dienst werden die Sortimente der Würth-Gruppe konsolidiert und um ergänzende Sortimente externer Lieferanten erweitert.

B2B-Kunden können über die Plattform ihr individuelles Sortiment bei unterschiedlichen Lieferanten zusammenstellen und so ihren Beschaffungsprozess optimieren. Insgesamt stehen über 500.000 Produkte in 16 Produktkategorien zur Verfügung: von Arbeitskleidung & Arbeitsschutz über Beschlagtechnik bis zu Lager und Betriebsausrüstung. Die Abrechnung aller Lieferantenbestellungen erfolgt gebündelt durch Wucato.

Zum Launch stellt die Würth-Gruppe selbst rund 80 Prozent des bestehenden Wucato-Sortiments. Zusätzlich sind zum Start zehn externe Lieferanten an Bord. Perspektivisch soll ein Großteil des Sortiments allerdings von externen Lieferanten angeboten werden, verrät Wucato-Geschäftsführer Johannes Keller. Doch die Aufnahmekriterien sind – anders als bei Amazon Business – streng. Schließlich gilt es, die Seriosität der Marke Würth, die diese aufgrund ihrer hohen Produktqualität und ihrer Service-Orientierung genießt, auch im digitalen Umfeld zu wahren.

Kundenbindung statt Kannibalisierung

Im kommenden Jahr will Keller daher nur rund 35 bis 40 weitere Lieferanten bei Wucato einbinden, die im Erfolgsfall eine umsatzabhängige Provision bezahlen. Darüber hinaus können Kunden aber auch eigene Lieferanten mitbringen und über Wucato in ihren Beschaffungs-Workflow einbinden. Dann entfallen die restriktiven Aufnahmekriterien.

Für die Entwicklung der Plattform stellte die Würth-Gruppe rund zehn Millionen Euro zur Verfügung. Man wollte eine Lösung bauen, die vor allem die Kunden bindet, heißt es von Unternehmensseite. Die Plattform positioniert die Würth-Gruppe als ergänzenden Baustein in der Digitalisierungsstrategie. Andere Umsätze sollen nicht kannibalisiert, sondern bestimmten Zielgruppen soll ein zusätzlicher Einkaufskanal geboten werden. Interessant sind hier Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitern, die aktuell bei einzelnen Lieferanten relativ kleine Warenkörbe bestellen und ihren Wareneinkaufsprozess optimieren wollen.

Um Wucato bekannt zu machen, will Keller die bestehenden Kontaktpunkte der Würth-Gruppe, darunter alle Online-Plattformen sowie die Hausmedien, nutzen, aber sich auch mit klassischem Online-Marketing einen Namen machen. Erfüllen sich seine Planvorgaben, nutzen bis Ende 2017 rund 500 Kunden die Online-Beschaffungsplattform.

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