INTERNET WORLD Business





Was wurde aus den Vorhersagen der Redaktion?

In Ausgabe 1/2016 wagten wir den Blick in die Glaskugel. Die Redaktion stellte zehn Thesen zum Internet-Jahr 2016 auf. Was hat sich bewahrheitet?

1. „Der Adblocker-Krieg geht weiter“

Die Adblocker-Rate ist in Deutschland zwar leicht rückläufig, dennoch nutzt immer noch jeder vierte User solche Programme.

Für zusätzliche Entrüstung sorgte der Schritt von Adblock-Plus-Anbieter Eyeo, vom Adblocker freigeräumte Werbeplätze mit eigenen Kampagnen zu belegen. Da lagen wir wohl nicht falsch.

Frank Kemper

2. „Kein Durchbruch für Mobile Payment“

Aktuelle Statista-Zahlen vermelden für 2016 ein Gesamtvolumen für Mobile-Payment-Transaktionen von 14 Millionen Euro in Deutschland. Angesichts eines prognostizierten Gesamtumsatzes im E-Commerce in Deutschland von rund 44 Milliarden Euro ist das so gut wie nichts.

Die Kunden reagieren nach wie vor zögerlich auf das Modell „Zahlen mit dem Handy“. Und Apple Pay ist in Deutschland immer noch nicht verfügbar.

Christiane Fröhlich

3. „Wettrüsten der Logistikbranche geht am Kunden vorbei“

Die Drohnen, mit denen die Logistiker 2015 experimentierten, arbeiten auch 2016 noch nicht im Regelbetrieb. Amazon Fresh ist noch nicht gestartet, dafür kam Prime Now nach Berlin und München. Und Amazon Prime wird 2017 teurer.

Ingrid Lommer

4: „Noch mehr automatisierter Verkauf von Werbung“

Laut Aussage von Dirk Luk, CEO Zenit, ist 2016 der Anteil von Programmatic Advertising in Deutschland um 48 Prozent auf 448 Millionen Euro gestiegen. Derzeit wird mehr als die Hälfte des Online-Inventars automatisiert gehandelt, eine Entwicklung, die noch nicht zu Ende ist.

Helmut van Rinsum

5: „Mehr Transparenz und einfacheres Opt-out“

Die Branche zeigt nach wie vor große Defizite, wenn es darum geht, den Nutzern klarzumachen, welche Daten erfasst werden und warum. Die Fortschritte sind kleiner als vor einem Jahr erwartet.

Ingrid Schutzmann

6: „Der Point of Sale wird digital erweitert“

Dem Digital-Rausch des Jahres 2015 fehlte es 2016 noch an Nachhaltigkeit. Viele Prototypen sind zunächst geblieben, was sie waren: Prototypen.

Dennoch bleibt der Point of Sale Spielfeld für digitale Experimente, denn letztlich geht es auch um Abgrenzung gegenüber dem Wettbewerb.

Ingrid Lommer

6: „Eintauchen in virtuelle Verkaufswelten“

Augmented und Virtual Reality brauchen wohl noch etwas Zeit: Zwar nähern sich die klobigen VR-Brillen inzwischen volkstümlicheren Preisregionen. Massengut sind sie aber immer noch nicht.

Susanne Vieser

7: „Software over the Air“

Bei Apple kommen die Updates fürs iPhone bereits seit 2007 drahtlos aus dem Netz. Und da Mobile Devices inzwischen in der Nutzung den klassischen PC abgehängt haben, ist dieser Trend zur Software-Auslieferung nicht mehr aufzuhalten.

Ein Urteil des EuGH lässt diesen Weg der Software-Auslieferung noch attraktiver erscheinen: Gebrauchte Programme, die auf einem Datenträger ausgeliefert wurden, darf der Käufer weiterverkaufen. Für Programme ohne Originaldatenträger gilt dies nicht.

Frank Kemper

7. „Platzt die Start-up-Blase 2016?“

Entgegen unserer Prognose ist es 2016 noch nicht zum großen Knall gekommen. Die am höchsten gehypten Start-ups gingen weder an die Börse noch in neue Hände. Die Aktien der großen US-Giganen sind Ende 2016 im Schnitt 15 Prozent mehr wert als ein Jahr zuvor. Nur bei Rocket Internet sieht es düster aus: Das Papier verlor 2016 ein Drittel seines Werts.

Frank Kemper

9. „Renaissance des Social Commerce“

Das starke Wachstum von Influencer Marketing und neue Shopping-Tools von Facebook und Instagram zeigen, wie Social Media die Abverkäufe in Online-Shops in die Höhe treibt. Der Trend geht jedoch weg vom klassischen Buy-Button hin zu anderen Integrationen.

Christian Erxleben

Weitere Bilder
comments powered by Disqus